Systemfehler

Diskussionen mit Landwirten über ökologische Probleme verlaufen oft angespannt: Das erlebe ich anlässlich des aktuellen bayerischen Volksbegehrens für ein besseres Naturschutzgesetz jetzt täglich. Wir sind gerade dabei, die bundesweit erste direktdemokratische Aktion mit einem Thema des klassischen Naturschutzes, zum Erfolg zu führen.  Dieses Volksbegehren zum Artenschutz schafft Gelegenheit zu heftigen Diskussionen. Manche Landwirte meinen, für alles verantwortlich gemacht zu werden, was Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Wasser und Bodenleben gefährdet.

Nicht immer gelingt es, deutlich zu machen, dass wir alle Teil eines falschen Systems sind: Das System heißt Intensiv-Landwirtschaft. Die Verbraucherschaft ist Teil dieses Systems: Die Sucht nach Billigstangeboten ist ein starker Treiber.  Aber auch das Profitinteresse von Chemieindustrie und Einzelhandelskonzernen setzt die Landwirte unter Druck.

Wenn wir alle besser leben wollen, müssen wir die Zusammenhänge erkennen und die Werte wahrnehmen, die das Intensiv-System verachtet: „Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“, sagt der Landwirt und Buchautor Felix Prinz zu Löwenstein - ein Kenner des Systems. Und einer, der dieses System nicht fortsetzen möchte, weil er den Wert von Artenvielfalt, Bodenpflege und Wasserschutz erkannt hat. Wir alle müssen uns korrigieren – in Partnerschaft mit vielen reformbereiten Bauern.


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