Nachhaltig leben und wirtschaften

ÖDP-Kreisräte besuchen Kirchanschöring - Erste Gemeinwohlgemeinde Deutschlands

Rottal-Inn/Kirchanschöring. „Eine Gemeinde, in der Nachhaltigkeit nicht ein Werbeslogan ist, sondern umfassend gelebt und praktiziert wird“ – so das Fazit der ÖDP-Kreistagsfraktion bei ihrem Besuch in Kirchanschöring, der ersten, zertifizierten Gemeinwohlgemeinde in ganz Deutschland.

Schon seit geraumer Zeit beschäftigt sich die ÖDP-Kreistagsfraktion mit dem Thema Gemeinwohlökonomie (GWÖ).   So fand letztes Jahr eine große Veranstaltung mit Christian Felber, dem Initiator der GWÖ in Pfarrkirchen statt, an der auch der 1. Bürgermeister von Kirchanschöring, Hans-Jörg Birner (CSU) teilnahm und seine Gemeinde vorstellte. Nun stattete ein Teil der ÖDP-Kreisräte einen Gegenbesuch ab.

Vor einem Rundgang durch die Gemeinde erklärte Hans-Jörg Birner seinen Gästen anhand einer Power-Point-Präsentation die Einführung der Gemeinwohlökonomie und die Erstellung einer Gemeinwohlbilanz in seiner Gemeinde. Dies sei jeweils eine konsequente Fortführung von Maßnahmen vor allem im sozialen und ökologischen Bereich aus vielen zurückliegenden Jahren gewesen. So sei man nicht nur Mitglied einer Ökomodellregion, sondern „nachhaltiges Leben und Wirtschaften“ habe in der Gemeindepolitik eine lange Tradition: „Mit der Gemeinwohlbilanz wollen wir auch ‚weiche‘ Standordfaktoren erfassen, blinde Flecken erkennen und eine positive Außenwirkung fördern“ so das Kirchanschöringer Gemeindeoberhaupt. Dies wirkte sich auch auf die Lieferantenbewertung hinaus. So wurde nicht nur der Anbieter bei Büromaterial gewechselt, sondern auch bei der Reinigungsfirma gab es einen Wechsel wegen sozialer und ökologischer Kriterien.

Auch dem Themenartenvielfalt werde in Kirchanschöring schon längere Zeit hohe Aufmerksamkeit geschenkt. Und gerade das auch für eine Gemeinde so wichtige Thema Flächensparen werde aktiv angegangen. So versuche man vom typischen Einfamilienhaus wegzukommen und zu flächensparenden Baugruppen hinzukommen.

Beim anschließenden Rundgang konnten sich die ÖDP-Kreisräte dann dies auch vor Ort ansehen. Ein Kernstück war dabei vor allem das Blühflächen eingerahmte ‚Haus der Begegnung – Wohnen im Alter‘: Dort gibt es unter der Trägerschaft der Gemeinde nicht nur günstige Sozialwohnungen, sondern auch eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, eine Arztpraxis und ein Sozialbüro für Auskünfte aller Art. Auch ein offener Bürgertreff und der G’wandladen für jedermann mit Annahme und Verkauf von gebrauchten und neuen Kleidern beeindruckte die Mitglieder der Rott-Inntaler Kreisräte.

Hans-Jörg Birner stellte aber auch noch den Nutzen des Projektes Gemeinwohlgemeinde Kirchanschöring für seine Verwaltung heraus: Neben einer hohen Motivation der Mitarbeiter bekommen die Mitarbeiter auch eine hohe Wertschätzung. Zugleich gibt es in der ganzen Verwaltung eine Sensibilisierung und Fokussierung für das Ziel, nachhaltig in der Gemeinde leben und wirtschaften zu können. ÖDP-Fraktionsvorsitzender Sepp Rettenbeck bedankte sich abschließend bei Hans-Jörg Birner mit einem kleinen Präsent und stellte die Vorbildfunktion der Kirchanschöringer Gemeinde heraus, „von der man viel lernen kann“.

Nicht nur vom Rathaus angetan waren die ÖDP-Kreisräte v. l. n. r.: Edith und Josef Lirsch, 1. Bürgermeister Hans-Jörg Birner, Fraktionsvorsitzender Sepp Rettenbeck und Albert Madl

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