Die große Lösung?

Für jedes Problem gibt es mit größter Wahrscheinlichkeit mehr als eine Lösung. Meist würde sich der beste Erfolg einstellen, wenn gleichzeitig verschiedene Therapien eingeleitet würden. Der Streit über die eine, die „richtige“ Therapie erscheint aber vielen interessanter als das sofortige Handeln in Teilbereichen.

Ich fürchte, dass die gerade aufflammende Debatte um die Enteignung von großen Immobilienkonzernen als Lösungsweg für die Wohnungsnot genau diese Wirkung haben wird: Die Debatte wird angefacht, sie wird nichts bewirken - gleichzeitig werden aber die vielen anderen kreativen Möglichkeiten, das Wohnungsproblem anzugehen, für die nächste Zeit als unattraktiv zur Seite gelegt. Man hat ja die eine, die große, die richtige Lösung entdeckt…

Auch in der Verkehrspolitik beobachte ich diese Fehlhaltung: Die Befürworter des „autonomen Fahrens“ reden z.B. gerne von der „Abschaffung des Verkehrstodes“ durch Algorithmen.  Dass man durch ein Tempolimit schon ab morgen einige hundert Menschenleben pro Jahr erhalten könnte, wird dann gar nicht mehr als Ziel anerkannt. Viel faszinierender erscheint ja die ganz große Lösung…


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