Wirtschaften nach den Kriterien der Gemeinwohlökonomie

Menschliches, soziales und nachhaltiges Wirtschaften - ÖDP-Kreisräte besuchen HDG

Rottal-Inn. Seit einem Jahr beschäftigt sich die ÖDP-Kreistagsfraktion zusätzlich zur aktuellen Kreistagspolitik mit der Gemeinwohlökonomie: Nach einem Vortrag mit Christian Felber (Initiator der Gemeinwohlbewegung) und einer Exkursion zusammen mit dem Kreisverband des Bayerischen Gemeindetages nach Kirchanschöring, der ersten Gemeinwohlgemeinde Deutschlands, stand jetzt ein Besuch beim Heizkesselhersteller HDG auf der Tagesordnung. Der Grund dafür: Schon seit geraumer Zeit widmet sich das Massinger Unternehmen mit den Zielen der Gemeinwohlökonomie.

So ist es auch kein Zufall, dass sich die von Unternehmerin Eva Ackermann vorgestellten Unternehmenswerte mit denen der Gemeinwohlökonomie decken: Im Miteinander einen offenen und ehrlichen Umgang und eine faire und partnerschaftliche Behandlung anderer. Innerbetrieblich verfolge man eine „Politik der offenen Türe“ so Eva Ackermann und durch die Betriebssprecher und Teamsitzungen lege man hohen Wert auf Mitsprache und Transparenz.

Auch der Nachhaltigkeitsgedanke steht in der Unternehmensphilosophie ganz oben auf der Tagesordnung: So werden alle Gebäude klimaneutral geheizt und gekühlt und der Strombedarf wird zu 100 Prozent mit Ökostrom gedeckt. Selbstverständlich achte man bei der Produktion auf Regionalität und die Flüge innerhalb Deutschlands wurden bis auf ganz wenige um rund 90 Prozent gesenkt. HDG ist darüber hinaus auch Mitglied beim Umweltpakt Bayern und wurde erst kürzlich vom bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit der Staatsmedaille für besondere Verdienste ausgezeichnet.

Firmeninhaberin Eva Ackermann und Produktmanager Florian Mittermeier wiesen in dem Gespräch generell auch auf die Vorzüge des Brennstoffes Holz hin: „Kein anderer Brennstoff verbindet Ökologie und Ökonomie auf so perfekte Weise wie unser heimisches Holz – und das CO2-neutral“ so der HDG-Produktmanager. Schon 7 – 8 Sterr Weichholz würden 1000 Liter Heizöl ersetzen und Pellets seien ohnehin reine Abfallprodukte beispielsweise der Sägeindustrie, es würden dadurch keine Bäume gefällt. Und auch der jährliche Holzzuwachs sei laut Bundeswaldinventur mit 121,6 Millionen Kubikmeter höher als die Nutzung mit 98,5 Millionen Kubikmeter Holz.

Die ÖDP-Fraktion wurde bei diesem Besuch bestärkt, den Gedanken der Gemeinwohlökonomie weiter voran zu treiben: „Diesem menschlichen, sozialen und nachhaltigen Wirtschaftsmodell gehört die Zukunft“ waren sich die ÖDP-Kreisräte einig und ÖDP-Fraktionsvorsitzender Sepp Rettenbeck möchte erreichen, dass der Landkreis im Rahmen der Wirtschaftsförderung ein Programm aufliegt mit dem Ziel, Unternehmen auf ihrem Weg zum  ersten Gemeinwohl-Kompakt-Bericht zu fördern und zugleich den Einstieg in die Gemeinwohl-Bilanz zu erleichtern.

HDG-Produktmanager Florian Mittermeier mit Geschäftsinhaberin Eva Ackermann (3. von rechts) mit den ÖDP-Kreisräten Edith Lirsch, Josef Lirsch, Albert Madl, Barbara Engleder und Sepp Rettenbeck (von links nach rechts)

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